Kultur ist unsere gemeinsames Sprache und unser aller Erbe. Jedoch können viele Menschen Europas nicht daran teilhaben, weil sie es sich nicht leisten können, Veranstaltungen und Museen zu besuchen. Andere können von ihrer Kunst nicht leben.

Wir setzen uns dafür ein, den Zugang zu Kunst und Kultur auszuweiten und neue, öffentlich geförderte Möglichkeiten künstlerischen Ausdrucks zu schaffen.

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#hopeisback
#DeinEuropa

In den vergangenen Jahrzehnten wurde der Kunstbetrieb immer stärker privatisiert: reiche Sammler horten wertvolle Werke, während die Mittel für Museen immer weiter gekürzt werden.

Wir werden uns der Privatisierung kultureller Institutionen widersetzen. Wir wollen, dass die historischen Stätten Europas als öffentliches Eigentum und als kulturelles Gemeingut angesehen werden.

Wir unterstützen ein neues Modell der EU-Finanzierung, das es den einzelnen Mitgliedsstaaten ermöglicht, in die ganze Bandbreite kultureller Institutionen – von Museen bis zu kommunalen Kunstzentren – zu investieren.

Wir werden die Gentrifizierung bekämpfen, damit Kunstschaffende ihre Wohnungen, Studios und Galerien behalten können. Dazu wollen wir die Rechte der Mietparteien durch die Einführung einer europaweiten Mindestlaufzeit von Mietverträgen stärken, damit weniger Umzüge notwendig werden.

Gleichzeitig werden wir uns gegen Projekte einsetzen, die aus ästhetischen Gründen von ärmeren Wohnvierteln profitieren wollen. Kunst muss für Menschen und ihr Umfeld ein Mittel sein, sich auszudrücken und darf keines werden, aus dem man Profit schlägt.

Wir wollen die Ausbeutung von Kunstschaffenden beenden. Wir fordern von allen öffentlichen Institutionen, keine Verträge zu schließen, die Künstler*innen die Rechte an ihren Werken entziehen.

Verträge für einmalige Ausstellungen sollten dann zur Anwendung kommen, wenn das Kunstwerk nicht für eine Sammlung erworben wird. Wenn Kunstschaffende für öffentliche Institutionen arbeiten, sollten sie auf der Grundlage von Verträgen angestellt werden, die allen Arbeitnehmerrechten wie Sozialversicherungspflicht und Kündigungsfristen entsprechen. Künstler*innen sollten nicht unbezahlt arbeiten müssen.

Wir fordern die umgehende Entkolonialisierung der europäischen Kultur. Wir rufen dazu auf, in früheren Kolonien geplünderte Kunstschätze an ihre ursprünglichen Heimatländer zurückzugeben.

Falls die Kunstwerke in Europa verbleiben, setzen wir uns dafür ein, dass sie in einen angemessenen Kontext eingebunden werden, der ein klares Verständnis für das koloniale Erbe schafft. Wir werden uns für sorgfältig kuratierte Ausstellungen über ehemalige Kolonien einsetzen, die die europäische Kolonialgeschichte reflektieren.

Wir schlagen eine grundsätzliche Erweiterung und Erneuerung des „Creative Europe“-Programms vor. Die Ausweitung soll sich auf kleine kommunale Projekte fokussieren und die jährlichen Zuwendungen an Kunstschaffende in allen Mitgliedsstaaten der EU erhöhen. Das Programm soll auch einen Fonds für die künstlerische Ausbildung Jugendlicher bereitstellen.

Wir wollen den Zugang zu europäischen Kultureinrichtungen massiv verbessern. Allen unter 25- und über 60-Jährigen sollen kostenlosen Eintritt zu sämtlichen europäischen Kultureinrichtungen erhalten.

Zugang bedeutet jedoch nicht nur Eintritt, sondern auch Teilhabe an der institutionellen Ausrichtung und Verwaltung. Wir werden ein demokratischeres Management der europäischen Kulturinstitutionen unterstützen, mit einem verpflichtenden ausgewogenen Geschlechter- und Altersverhältnis in allen Gremien.

Wir setzen uns ein für einen unabhängigen öffentlich-rechtlichen europäischen Sender. Der Sender soll über Themen aus den Mitgliedstaaten berichten, um damit zur Entwicklung einer gemeinsamen Kultur beizutragen.

Er soll auch eigene Journalist*innen und Redakteur*innen beschäftigen, um Beiträge zu europäischen Themen zu produzieren, die in der gesamten Europäischen Union gesendet werden. Zu diesen Inhalten gehört beispielsweise eine europäische Nachrichtensendung, die täglich vor oder nach den nationalen Hauptnachrichten übertragen werden kann.

Ein solcher unabhängiger Sender wird die Rolle der freien Presse in Europa stärken und einen Beitrag dazu leisten, den Menschen Europas Themen näherzubringen, die alle betreffen.

Wir fordern einen neuen europäischen Fonds für öffentliche Medien, der in den Mitgliedsstaaten Projekte auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene mitfinanziert.

Der Fonds beteiligt sich mit einem bestimmten Prozentsatz an den Produktionskosten einer breiten Content-Palette aus Filmen, Podcasts, Dokumentationen und Radioprogrammen, die länderübergreifend den fortschrittlichen, demokratischen und pluralistischen Diskurs bereichern. Im Gegenzug erhält der Fonds beschränkte Nutzungsrechte für den öffentlichen Vertrieb in der gesamten EU.

Unsere Themen

Hier findest du das vollständige Programm als PDF.